Hexenturm

Der am Stadtpark stehende Hexenturm ist erst nachträglich als Gefangenenturm der Mauer, ganz aus Backstein, eingefügt worden. Seine Grundsteinlegung erfolgte am 21. April 1494. Ein 8 m tiefes Verließ mit zwei Meter dicken Mauern diente zur Aufnahme der Gefangenen, unter denen sich häufig auch "Hexen" befanden.
Der nur durch eine Leiter erreichbare Eingang liegt vier Meter über dem Gelände. Kreuzgewölbe überschließen die vier Geschosse des Turms, in dessen Wände zwei Kamine eingebaut sind. Während die beiden mittleren Geschosse durch massive Wendeltreppen erreichbar sind, ist das Verließ im Erdgeschoß, durch ein in der Mitte liegendes Loch mittels Strick oder –Leiter betretbar und das oberste Geschoß des Helms nur durch eine Leiter.

Der 1885 reparierte Helm besteht aus überputztem Backstein. Die Gesamthöhe des Turms beträgt rd. 26 Meter. Als Trockenplatz für Feuerwehrschläuche wurde er um 1876 häufig in Anspruch genommen.

Das 1. Obergeschoß hat eine Höhe von 3,30 m bis zum Scheitel des Kreuzgewölbes und 5,35 m lichte Weite. Das 2. Obergeschoß hat eine Höhe von 4,30 m und das 3. Obergeschoß eine Höhe von 4,15 m. Im 3. Obergeschoß befinden sich vier Fensternischen mit Stichbögen. Auch im 4. Obergeschoß sind vier Fenster vorhanden. Den Abschluß bildet ein helmartiges spitzes Kuppelgewölbe.
Der obere Zinnenkranz ist mit Wappen geschmückt, die Endigung bildet ein Kegeldach mit einem Adler auf der Spitze.

um 1882
Im Vordergrund links die Dornenhecke zwischen Park und Rondesteig. Vor dem Schilderhaus Militärposten der Stadtwache. Rechts die Mauer des Gerichtsgrundstückes.




Quellen:
• Adreßbücher der Stadt Prenzlau in mehreren Jahrgängen
• Stadtpläne der Stadt Prenzlau und Umgegend aus mehreren Jahren
• "Die Prenzlauer Straßen und ihre Geschichte", Alfred Hinrichs, maschinenschriftliche Aufzeichnungen, 1954
• "Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg" Band III, Teil I, Prenzlau; Brandenburgischer Provinzialverband, Berlin 1921